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Samstag, 9. Juni 2012

Es ist vorbei. Es ist endlich vorbei. Das jahrelange Stark sein hat nun ein Ende gefunden, denn ich wurde gestern schwach. Sehr schwach. Meine Mutter weiß nun ALLES. Meine beste Freundin weiß nun ALLES. Es ist vorbei. Ich hatte gestern einen Nervenzusammenbruch. So schlimm, wie ich ihn noch nie hatte. Ich wusste nicht mehr, was mit mir passiert. Ich konnte nichts mehr kontrollieren. Ich lag einfach im Bett, habe so sehr geweint, dass ich fast erstickt wäre, habe geschrien und gezittert. Ich konnte meinen Körper nicht mehr bewegen und alles war verkrampft. Meine Mutter wollte mich ins Krankenhaus fahren, weil sie eine solche Angst um mich hatte, aber was hätte das schon gebracht? Ich hab mich selbst immer wieder flüstern hören, dass ich nicht mehr kann und nicht mehr will, aber selbst gesagt habe ich das nie. Es kam einfach aus meinem Mund heraus, ohne, dass ich das wollte. Ich hörte immer wieder wie meine Mutter und meine beste Freundin mir irgendetwas sagen wollten, aber nichts kam bei mir an. In diesem Moment habe ich gedacht, ich werde nun sterben. In diesem Ausmaß habe ich sowas noch nie erlebt, obwohl ich dachte, dass ich schon schlimmes hinter mir hatte. Als ich mich nach ein paar Stunden wieder beruhigt hatte, habe ich erzählt. Viel erzählt. Alles erzählt.  Daraufhin habe ich mich sehr lange im Bad eingeschlossen und viel geweint, weil es sich so falsch angefühlt hat, aber ich bin mir sicher, dass es doch ganz richtig war endlich erzählt zu haben, wie es in mir aussieht. Denn nun ist es endlich raus. Ich muss endlich nicht mehr stark sein, denn das bin ich eigentlich nie gewesen. Jetzt wird alles wieder gut. Ich werde nun Hilfe bekommen. Meine Eltern würden mich am liebsten gleich in die Klapse stecken, aber das habe ich nun wirklich nicht nötig. Mein Vater hat sich sogar schon erkundigt, aber ich will sicherlich nicht in die Klinik in der mein Stiefbruder gerade ist. Die ist zwei Stunden von zuhause entfernt und viel zu nah bei meinem Vater. Ich will überhaupt nirgendwo hin. Das hab ich gar nicht nötig. Montag wird sich entscheiden was mit mir passiert und ich habe Angst. Es fühlt sich so richtig und gleichzeitig so falsch an. Aber ich werde das nun durchziehen, denn ich will das alles nicht mehr. Ich will nun endlich wieder leben.

1 Kommentar:

  1. Es tut mir wirklich leid, zu hören, dass du den Druck nicht mehr ausgehalten hast, aber wenn ich ehrlich bin, wundert es mich auch nicht besonders. Viele Menschen wären schon deutlich eher zu einem Arzt gegangen.
    Wenn du dieses Ereignis als Chance auf einen Neuanfang, als eine neue Ordnung deiner Gedanken, quasie als eine "Frühjahrsputz" ansehen kannst, dann schaffst du es, wieder unbeschwert zu leben. Da bin ich mir sehr sicher! Aber fürs erste wünsche ich dir viel Kraft und Glück, damit dir die Hilfen angeboten werden, die du benötigst, um wieder ganz du selbst zu werden.
    Du kannst das schaffen und wirst das schaffen, da du nicht allein bist auf dieser Welt!
    Viele Grüße,
    Pearl.

    PS: Ich finde Hoppel chen ein bisschen taktlos, auch wenn sie es selber nicht leicht hat.

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