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Freitag, 28. Oktober 2011

Ich habe keine Kraft mehr. Es tut mir leid. Ich kann nicht mehr.

Wiedereinmal ruft meine Mutter mich in die Küche. Sie guckt mich nichtmal an sondern fängt gleich an los zuschreien: "Red doch einmal normal mit ihm! Er denkt dass du ihn nicht magst und nicht akzeptierst." Ich muss kurz lachen, weil ich es lustig finde wie verdammt dumm ich bin da ich gedacht hab das man mich nicht durschauen kann. Ich überlege kurz ob ich jetzt die Wahrheit sagen soll, aber ich will weiteren Stress einfach vermeiden. Also antworte ich: "Nein, so ist es aber nicht!" Ich hab mir gewünscht dass das Gespräch damit zuende ist, aber insgeheim wusste ich dass es jetzt erst so richtig anfängt. "Wie ist es dann?" "Ich hab einfach keine Lust auf euch beide. Ich will nicht mit euch zusammen an einem Tisch sitzen und essen!" "Wir sind aber eine Familie! Da macht man das so!" "Wir sind keine Familie! Er ist nicht mein Vater! Du bist warscheinlich nichtmal meine Mutter, hoff ich zumindest!" "Tja, leider bin ich es aber, also musst du mich wohl noch ein paar Jahre ertragen bis du dich verpissen kannst!" Ich gucke sie an und würde ihr jetzt am liebsten ins Gesicht sagen dass ich sie über alles auf dieser großen weiten Welt hasse, aber ich drehe mich um, knall die Küchentür hinter mir zu, renn in mein Zimmer und knall meine Zimmertür auch zu. "Du bist SO schlimm!", hör ich sie noch schreien bevor meine Beine mich im Stich lassen und ich langsam auf den Boden sacke. Alles um mich herum wird unscharf und verschwimmt. Ich reibe mir mehrmals die Augen, aber nichts geschieht. Ich kann nicht mehr sehen! Wenn ich jetzt erblinde habe ich wenigstens einen Grund mich umzubringen, denke ich mir und fange bitterlich an zu weinen. Während ich weinend auf dem Boden lieg, wurde der Druck wiedereinmal so stark dass ich es fast nicht mehr ertragen hab. Wenn ich es jetzt nicht tue, dann passiert irgendwas schreckliches. Ich sehe mich schon, wie ich mit einem Messer auf meine Mutter losgehe, aber letztendlich bin ich einfach am Boden liegen geblieben, weil meine Beine mich nicht mehr tragen wollten. Du bist so ein Loser, du schaffst es nichtmal zur Klinge zu greifen! Hahahahahahaha, Opfer! Die Stimme in meinem Kopf wird wiedermal so unendlich laut. Ich schreie. Erst leise, dann immer lauter, um die Stimmen zu übertönen, aber während ich versuche lauter zu schreien, werden die Stimmen immer mehr und intensiver. "Hör auf zu schreien! So bekommst du auch nicht mehr Aufmerksamkeit von mir.", ruft meine Mutter während sie mit der Faust gegen meine Zimmerwand donnert. Ich hätte sterben können! Ich hätte neben ihr im Zimmer elendig krepieren können, sie würde meine Schreie einfach ignorieren. Auf der einen Seite finde ich das unglaublich erschreckend, auf der anderen Seite kann ich mich ganz gut mit dem Gedanken anfreunden dass ich mich jederzeit umbringen könnte, selbst wenn sie da ist. 
Ich setze mich auf und lehne mich gegen die Tür. Ich atme einmal laut ein und wieder aus. So unendlich viele Gedanken verwirren mich wiedereinmal. Womit hab ich das eigentlich verdient? Ich hasse meine Mutter. Ich hasse ihren Freund. Ich hasse mein Leben. Ich hasse mich. Mich will keiner. Mich brauch keiner. Mich liebt keiner. Wofür lohnt es sich eigentlich noch zuleben? 


3 Kommentare:

  1. fühl dich einmal ganz fest gedrückt!

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  2. Es ist sehr einfach, aufzugeben und alles hinter sich zu lassen. Doch es wird keine zweite Chance geben, keinen zweiten Versuch und keine zweite Möglichkeit, alles besser zu machen. Vielleicht findest du etwas, dass dir einen Sinn gibt, etwas das nichts mit deiner Familie oder anderen Menschen zu tun hat und das du ganz alleine genießen kannst. Ich wünsche dir, dass du deinen Sinn und damit wieder etwas kraft findest. Somebody always cares, you just don't know who!

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  3. Danke an dich Maryann.
    und vorallem ein riesengroßes Dankeschön an Anonym. Wirklich sehr sehr lieb dein Kommentar! :)

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