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Freitag, 23. September 2011

In solchen Nächten wünsch ich mir, du wärst hier.

Handy in die Hand, Kopfhörer reingesteckt und in die Ohren. Ich öffne das Fenster und gucke kurz nach draußen. "wow, schöner Himmel" denke ich mir und setze mich auf die Fensterbank. Die Beine schwinge ich nach draußen und lasse sie hin und her baumeln. Ich gucke kurz nach unten. "Wenn ich jetzt eine falsche Bewegung mache dann fall ich." Ich bekomme gefallen an dem Gedanken und bleibe einfach sitzen. Ich starre in den Himmel und lausche der leisen Musik, die aus meinem Handy in die Kopfhörer und letztendlich in meinen Ohren erklingt. Meine Blicke gleiten vom Himmel zur Landschaft, von der ich nur noch die Umrisse erahnen kann da es so dunkel ist. Ich beobachte die Autolichter die weit weg durch die Landschaft fahren, ich beobachte die Lichter im Nachbarort. Nach und Nach erlöschen ein paar Lichter und neue kommen dazu. Es ist kalt, eiskalt, aber das ist mir egal. Wieder gucke ich hoch in den Himmel und plötzlich läuft mir eine Träne über die Wange. Aus einer Träne, wurden zwei und aus diesen zwei Tränen wurden unentlich viele. Zuviele!
Solche Momente scheinen schön zu sein, aber für mich sind es die qualvollsten Momente in meinem Leben. In diesen Momenten wird mir klar wie verdammt einsam ich bin. Die Sterne da oben, es sind tausende. Keiner ist alleine! Die Lichter im Nachbarort, es sind tausende. Es gehen zwar viele, aber dafür kommen auch immer wieder neue dazu. Und ich? ich sitze hier, völlig einsam und allein gelassen auf meiner Fensterbank. Das Einzigste was ich habe ist mein Handy in der Hand mit der Musik. Die Musik ist dass was mich in diesen Momenten noch am Leben hält!
In Solchen Moment denk ich viel an die Vergangenheit. Ich denke an dass was ich falsch gemacht habe, was die anderen falsch gemacht haben und frage mich jedes mal: "WARUM?" 
Warum musste mir das alles passieren? Es gibt doch Millionen von Menschen auf dieser Erde! Warum dann gerade ich? Ich frage mich jedes mal womit ich das verdient hab. Was habe ich Gott getan, das er mir dieses Leben gegeben hat. Was hab ich ihm getan? Warum muss ich gerade dieses Schicksal erleiden?
Wenn ich an die Vergangenheit denke, dann denke ich hauptsächlich an meine Familie. Familie mag ich das ganze irgendwie garnicht nennen. Nennen wir es: Scheiterhaufen! Passt aufjedenfall besser. Das Wort Familie verbinde ich mit Liebe, Glück, Zusammenhalt, Geborgenheit und all das, aber das habe ich nie erfahren. Es tut schon fast weh diese Wörter aufzuschreiben, weil ich all das niemals erfahren werde. Das einzigste was in meiner 'Familie' zählte war: Hass, Ignoranz und Gewalt. Mich liebt keiner, mich brauch keiner und wollen tut mich sowieso hier niemand! Manchmal frag ich mich wie ich das alles bis jetzt überhaupt durchgestanden hab! Wieviel kann ein Mensch ertragen bis er entgültig daran zerbricht? Noch geht es bei mir. Innerlich bin ich zwar schon seit vielen Jahren an allem zerbrochen, aber äußerlich klappt es noch grad so. Bis jetzt hat noch so gut wie kein Mensch meine Fassade bemerkt oder vielleicht wollen die Menschen es auch garnicht sehen. Auch wenn mein größter Wunsch ist, das einfach mal jemand auf mich zukommt und sagt: "Wie sieht es hinter deinem gespielten Lachen aus?" , bin ich doch recht froh drüber das es niemand bemerkt. Komisch, ich weiß. Ich wüsste nicht wie ich damit umgehen würde wenn es jemand bemerken würde und doch wünsche ich mir nichts mehr als dass endlich jemand sieht was wirklich mit mir los ist. Ich will einen Menschen der mich versteht, nur leider gibt es diesen Menschen nicht. Niemand auf dieser Welt versteht mich oder wird mich je verstehen. Ich versteh mich ja nichtmal selbst!
Ich frag mich oft warum ich eigentlich jeden Tag aufs neue aufstehe und lebe. Es gibt keinen Grund. Ich habe keinen Grund zu leben, weil alles was ich habe sowieso nur Schein ist. In Wirklich habe ich nichts. Überhaupt NICHTS und NIEMANDEN.

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