Seiten

Dienstag, 21. Februar 2012

"Los! Du willst es doch! Ramm dir die Klinge in deine Haut! Es wird dich befreien. Wenn das Blut fließt wird es dir gut gehen. Du wirst frei sein. Nur noch du und die Klinge. Die Welt wird ausgeschaltet sein. Es tut doch so gut! Es tut doch gut endlich frei zu sein." Die Stimme schreit mich förmlich an. Sie schreit gegen die gute Stimme an. Sie will mich kontrollieren. Aber diesmal nicht! Diesesmal werde ich stark sein. "Du weißt, dass das nichts bringt! Du zerstörst dich damit!" Die andere Stimme versucht mich wiedereinmal zu beruhigen, leider vergeblich. Sie kommt niemals gegen die andere an. "Aber genau das ist doch unser Ziel. Du willst dich doch zerstören! Es tut gut Schmerz zu spüren!" Die Tränen laufen meine Wangen herunter, sammeln sich am Kinn und tropfen letztendlich zu Boden. Ich schlage meinen Kopf mehrmals auf das kalte Laminat. Ich will das sie endlich verschwinden. Ich hasse sie alle beide, die böse mehr als die gute Stimme. Ich weiß, dass sie mich nur alleine lassen wenn ich es tue. Also setze ich die Klinge an und ziehe. ein mal. zwei mal. drei mal. vier mal. fünf mal. sechs mal. sieben mal. Ich höre wie die Stimme mich leise auslacht. Ihr lachen klingt langsam ab, bis es schließlich überhaupt nicht mehr zu hören ist. Nun liege ich am Boden. In meinem eigenen Blut und fühle mich kein Stück besser als vorher. Die innerlichen Schmerzen sind zwar für einen kurzen Moment vergessen, aber dafür sind die Schmerzen im Bein kaum auszuhalten. Wie aus Gewohnheit verarzte ich mich selbst und humple durch die Wohnung. Alles was auch nur ansatzweise Alkohol beinhaltet, schütte ich in mich rein. Wahllos verschiedene Medikamente hinterher, in der Hoffnung, dass sie die Schmerzen beenden. Dass sie mich und mein Leben beenden.

1 Kommentar:

  1. Ich kann nicht mehr tun als hoffen, dass du es entweder schaffst auf deine "gute Stimme" zu hören oder das du es schaffst ohne die Stimmen zu leben. Du bist doch stark genug um Ausschau nach Hilfe zu halten. Ich wünsche dir, dass du das schaffst und jemanden findest, der dir wenigstens teilweise bei der Bewältigung deiner Probleme helfen kann.

    AntwortenLöschen